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Google weiß (fast) alles über Dich

"Sei nicht böse" lautet das Motto von Google. Aber wie weit sollte man dem US-Konzern trauen?

Google zählt zu den mächtigsten Unternehmen der Welt. Kaum eine Einrichtung verfügt über derart ausgeprägte Informationen über seine Nutzer, was Google auch den abfälligen Spitznamen „Datenkrake“ eingebracht hat. Wie weit diese Kenntnisse reichen, ist vermutlich nur den wenigsten von Euch bewusst und soll in diesem Artikel näher beleuchtet werden.

Wie Google seine Milliarden erwirtschaftet

Was viele nicht wissen: Die Reichweite von Google beschränkt sich nicht nur auf die Google-eigenen Websites. Auch zahlreiche Partnerseiten wie Web.de oder T-Online.de verwenden die Google-Suche und zählen damit zum erweiterten Suchnetzwerk des Suchmaschinengiganten. Damit hält Google auf dem Suchmaschinenmarkt in Deutschland einen Marktanteil von knapp 95 %. Dort kann Euch Google passend zu Euren Suchanfragen bezahlte Textwerbung ausliefern. Darüber hinaus arbeitet das US-Unternehmen auch mit Millionen von Webseiten-Betreibern zusammen, um Euch nicht nur mit Textanzeigen, sondern auch Bild- und Videowerbung frequentieren zu können. Auf diese Weise erwirtschaftet Google mittlerweile einen Jahresumsatz von sage und schreibe 50 Milliarden US-Dollar.

Je detaillierter die Informationen, desto höher der Umsatz

Dass Google für diese Werbeaktivitäten sehr gut über seine Nutzer Bescheid wissen muss und will, liegt auf der Hand. Denn je genauer die Kenntnisse über Euch sind, desto interessanter seid ihr auch für mögliche Werbekunden. Nehmen wir an, eine Werbender hat eine sehr bestimmte Zielgruppe, beispielsweise ein Händler für Luxusautos. Wenn dieser mit seiner Werbekampagne alle Internetnutzer ansprechen würde, dann wäre eine solche Aktion kaum zu bezahlen und zudem mit massiven Streuverlusten verbunden. Viel genialer wäre es doch, wenn der Autohändler genau festlegen könnte: „Die für mich relevante Zielgruppe ist in der Regel männlich, 40 bis 60 Jahre alt und vermögend. Schön wäre es zudem, wenn sich die Nutzer, die ich mit meiner Werbung anspreche, in einem Umkreis von 100 KM um eines meiner Autohäuser befänden und in letzter Zeit Testberichte über Luxusautos angesehen hätten. Dann bin ich auch gerne bereit pro Anzeigenklick ein Vielfaches zu bezahlen“.

Wie kommt Google an die Daten?

Google verfügt über die notwendigen Informationen über Euch, um den Werbepartnern derart spezifische Zielgruppen auf dem Silbertablett zu servieren. Durch strategisch clevere Entscheidungen wie die Entwicklung von Android und dem dazugehörigen App Store, den Aufkauf von YouTube und den Launch von Plattformen wie Gmail oder Google+ sorgt der US-Riese außerdem dafür, dass sich die Informationen auch eindeutig und über verschiedene Endgeräte hinweg einem Nutzerprofil zuordnen lassen. In den USA – wo der Datenschutz nicht so ausgeprägt ist wie in Deutschland – lassen sich diese Informationen übrigens noch relativ einfach mit zugekauften Informationen von Drittunternehmen, wie z.B. Kreditkartenanbietern, ergänzen. Das ist vermutlich einer der Hauptgründe, warum Google mit Google Wallet seit kurzem auch einen eigenen Bezahldienst anbietet.

Google History gibt Aufschluss

Wer einen Google-Account hat und eine ungefähre Vorstellung davon bekommen möchte, welche Informationen Google über Euch sammelt, der sollte einmal die Google-History-Seite besuchen oder sich den folgenden Screenshot ansehen.

Bei Google History bekommt Ihr einen Einblick, was Google so alles protokolliert.

In Anbetracht dieser Unmengen an Daten, die der Suchmaschinenanbieter über uns sammelt, ist es wenig verwunderlich, dass kleinere Anbieter wie Duck Duck Go, Ixquick, Wolfram Alpha oder Frag Finn in der jüngeren Vergangenheit starken Zulauf erfahren haben. Doch da dies sicher eher die Ausnahme bleiben wird, dürfen wir uns auch künftig über spannende Experimente von Google freuen, wie z.B.:


Google Street View


Google Glass


Project Wing – Lieferdienst per Drohne


WLAN per Ballon

All denjenigen, die mehr Informationen über die Datenmacht und die Zukunftsaussichten von Google erhalten wollen, möchte ich zum Abschluss noch den interessanten Gastartikel von Marius Luther bei den Online Marketing Rockstars ans Herz legen. Weitere Spannende Google-Projekte findet Ihr übrigens auch in diesem BILD-Artikel.

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